Home | Kontakt | Sitemap | Impressum | Anmelden
Landesfeuerwehrverband in Zahlen

 

» 779 Feuerwehren

» 50.105 Mitglieder

» 3.300 Einsatzfahrzeuge

» 49.101 Einsätze 2009

 

 

Suche
Suchbegriff:
Home > Aktuelles

Aktuelles

Verheerende Unwetterschäden im Bezirk Liezen

Thomas Meier erstellt am 19.07.2010

Steirische Feuerwehrkräfte gefordert

Entwurzelte Bäume, durch Windböen abgedeckte oder Hagelschlag stark beschädigte Dächer, überflutete Straßen, Häuser und Keller, Verklausungen, Murenabgänge, (Wald)Brandbekämfung, Verletztenbergungen nach Verkehrsunfällen, Wasserdiensteinsätze uvm. Die an dieser Stelle genannten Schadenereignisse spiegeln jene Einsatzszenarien wider, mit denen sich Tausende Steirische Feuerwehrkräfte in den letzten 48 Stunden auseinanderzusetzen hatten. Schwere Unwetter mit Starkregenereignissen sowie Sturmböen und Hagelschlag während der letzten Tage in den Bezirken Liezen, Leoben, Knittelfeld, Bruck/Mur, Graz- Umgebung sowie Hartberg hatten ein massives Einsatzaufkommen bei den Steirischen Feuerwehren zur Folge. (Siehe auch Einsätze/Berichte aus den Bezirken). Schwer getroffen wurde Samstagabend (17.7.2010) der Bezirk Liezen, Katastrophenalarm musste festgestellt werden.

„Für 3 Stunden ging die Welt unter“

Aus touristischer Sicht ist die Kleinsölk ein bekanntes Paradies für Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber. Tiefblaue Bergseen wie zum Beispiel der Schwarzensee, kleine Bäche entlang des Tallaufs, anmutige Schluchten sowie fruchtbare Wald- und Almflächen von der Breitlahnalm bis hin zur Putzentalalm zeichnen den Naturpark im Ennstal besonders aus. Geschätzt ist diese Gegend auch durch den Sölker Mamor, der am Taleingang abgebaut und international verliefert wird. Diese malerische Idylle fiel einer Naturgewalt eines nahezu unvorstellbaren Ausmaßes zum Opfer. Eine Naturgewalt von solcher Härte, die erneut aufzeigt, dass ein gut aufgestelltes Feuerwehrwesen unverzichtbarer Teil einer „Dorfgemeinschaft“ ist - wie es Zahlen der Bezirksfeuerwehr-Einsatzzentrale „Florian Liezen“ auch belegen. 850 einlangende Notrufe in 4,5 Stunden, 410 Einsätze im gesamten Bezirk Liezen, am Höhepunkt der Schadenereignisse 51 Feuerwehren gleichzeitig im Einsatz. Insgesamt wurden rund 1.100 Kräfte von den Feuerwehren aus dem gesamten Bezirk Liezen aufgeboten. Hot-Spot des Einsatzgeschehens war der Abschnitt Gröbming, wie Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Gerhard Pötsch und ABI Gerd Bartl unisono – mit Dank und Respekt für die erbrachten Leistungen der Feuerwehrkameraden - bestätigen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in der Hauptschule informierten Vertreter von Behörden und Einsatzorganisationen – unter der Leitung von Bezirkshauptmann HR Dr. Josef Dick – am 18.7.2010 über das Ausmaß der Naturkatastrophe. Starkniederschläge in den Abend- und Nachtstunden des 17.7.2010 haben gewaltige Schäden an Infrastruktur und Gebäuden verursacht. Hot-Spots waren die Gemeinden Gröbming, Kleinsölk, Stein an der Enns und Mitterberg. In dieser Region wurde im Einvernehmen mit den Bürgermeistern sowie der Bezirksverwaltungsbehörde der Katastrophenzustand festgestellt.

Hofrat Dr. Kurt Kalcher, Leiter der A 20, berichtet von enormen Wassermengen, die laut Auskunft der ZAMG einen Rekord für diese Gegend bedeuten. „In den ersten 40 Minuten des Unwetters fielen 50 Liter Regen pro Quadratmeter, innerhalb von fünf Stunden betrug die Niederschlagsmenge 100 Liter“. Dies hatte verheerende Folgen.

Mehrere Ortsteile der Gemeinden Klein- und Großsölk standen unter Wasser, eine Flutwelle ergoss sich über Ortsteile von Kleinsölk-Hinterwald und Stein/Enns. Brücken und Straßen, Wege auf Almen wurden durch Murenabgänge und Wassermassen bzw. Schlamm zerstört.

 

Ein ganzer Talstrich war von der Außenwelt abgeschnitten, 50 bewohnte Gebäude waren von der Wasserwalze betroffen.

In einem ersten Intensiveinsatz der Feuerwehrkräfte wurden Keller ausgepumpt, verschlammte Straßen freigeräumt, Geschiebe entfernt. Von der Außenwelt abgeschnittene Personen wurden – nach einem ersten Erkundungsflug zur Feststellung der Schadenslage – am Sonntag im Pendelverkehr von Hubschraubern des ÖBH ausgeflogen und den Kräften des ÖRK zur weiteren Betreuung übergeben. Entwarnung konnte von der Exekutive gegeben werden. Alle Personen – darunter auch anfänglich vermisste Personen aus Deutschland und Holland – wurden aufgefunden und sind wohlauf. Insgesamt wurden von den Heerespiloten 54 Personen ausgeflogen, einige blieben vor Ort. Das Ausmaß dieser Naturgewalt ist noch nicht abschätzbar, Pionierkräfte des ÖBH werden die umfangreichen Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten im Infrastrukturbereich unterstützen.

Wie HR Dr. Kurt Kalcher bei der Pressekonferenz ausführte, „funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einsatzorganisationen und der Behörden optimal“.

Bezirksfeuerwehrkommandant Gerhard Pötsch unterstrich in seinen Ausführungen die Leistungen der Feuerwehrkräfte, welche seit Stunden – unter höchsten körperlichen Anstrengungen – im Einsatz stehen und dankte den Vertretern der Behörden, den Einsatzorganisationen sowie den Bürgermeistern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

 

Auch wenn, so sei hier ein Passant vor der Einsatzzentrale zitiert, „für drei Stunden die Welt untergegangen ist“ – so zeigt das immense Engagement aller eingesetzten Kräfte vor Ort, wie elementar es ist, sich auch in dunkelsten Stunden von zerstörerischen Naturgewalten auf ein flächendeckendes Netz an Sicherheit verlassen zu können, nämlich genau dann, wenn in der Sekunde der höchsten Not Hilfe geleistet wird. Ohne Wenn und Aber.

 

Text: Thomas Meier

Fotos: Thomas Meier; Harald Zefferer, Thomas Feßl, BFV Liezen

Pfeil links zurück zur Übersicht
Drucker Diesen Bericht drucken

 
Ansprechpartner
 
Landesfeuerwehrverband Steiermark - Florianistraße 22 - 8403 - Tel.: 03182 / 7000-0 - Fax: DW 29 - E-Mail: post@lfv.steiermark.at Willkommen