Ein letztes "Gut-Heil" für LFR Erich Strohhäussl
Thomas Meier erstellt am 22.07.2010
Für die Zeit mit Euch war ich sehr dankbar.
Ihr wart nicht nur das Leben für mich,
sondern auch das,
was mich glücklich machte.
Ein letztes „Gut-Heil“ für Landesfeuerwehrrat Erich Strohhäussl, der am Donnerstag, dem 22. Juli 2010, unter feierlichem Geleit Hunderter Trauernder auf dem Niklasdorfer Friedhof beigesetzt wurde. LFR Strohhäussl verstarb plötzlich und unerwartet am Samstag, dem 17. Juli 2010.

Hunderte Trauergäste haben Donnerstagnachmittag Landesfeuerwehrrat Erich Strohhäussl in Niklasdorf auf seinem letzten Weg begleitet. Neben Familienangehörigen und Freunden haben dem verstorbenen Landesfinanzreferenten ein Großaufgebot von Steirischen FeuerwehrkameradInnen, Vertreter der Exekutive, dem Rotem Kreuz, der Kameradschaft Edelweiß sowie Repräsentanten der Montanuniversität und der Behörden mit Demut und Dankbarkeit die letzte Ehre erwiesen.
Untrennbar vom Lebenswerk des Verstorbenen wurden bei den Begräbnisfeierlichkeiten in drei Reden die menschliche Größe des Leobener Bezirksfeuerwehrkommandanten sowie seine Verdienste um das Steirische Feuerwehrwesen gewürdigt.

Frau Dr. Martha Mühlberger verabschiedete sich mit sehr persönlichen Worten namens der Montanuniversität Leoben von Erich Strohhäussl und sprach von einer „großen Lücke“ die sich mit dem plötzlichen Tod von Erich Strohhäussl aufgetan hat und würdigte sein unvergleichliches Wirken für die Montanuni. ABI RegR OAR Helmut Payer skizzierte für den BFV Leoben in sehr persönlichen Worten den Werdegang von Erich Strohhäussl in der Feuerwehr der Stadt Leoben und im Bezirksfeuerwehrverband. Landesfeuerwehrkommandant Albert Kern würdigte den Verstorbenen namens des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark.
LBD Kern: „Die Nachricht von Erichs Tod erreichte mich, erreichte uns alle, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, dem der Donner folgte – unvorbereitet, grell und laut. Ähnlich dem Unwetter, dass zu diesem Zeitpunkt über den Bezirk Leoben und weite Teile der Steiermark hinwegfegte. So wie die geballten Kräfte der Natur tiefe Spuren von Verzweiflung, Kummer und Leid hinterlassen haben, so tut es auch das plötzliche und für uns alle unerwartete Ableben von Landesfeuerwehrrat Erich Strohhäussl.
Uns alle eint in dieser schweren Stunde die traurige Aufgabe, Abschied zu nehmen von Landesfeuerwehrrat Erich Strohhäussl, der vor wenigen Tagen im 63. Lebensjahr vor seinen Schöpfer getreten ist.
Erich hat seine letzte Reise angetreten. Eine Reise ohne Wiederkehr. Doch sein Tod hat hier nicht das letzte Wort, sondern sein Leben. Denn die hier anwesende Trauergemeinde gibt uns ein deutliches Zeichen dafür, wie beliebt und anerkannt der am vergangenen Samstag Verstorbene gewesen ist. Mit Erich ist ein großes Stück steirische Feuerwehrgeschichte von uns gegangen. Steht doch sein Name für vorbildhaftes und beinahe 46-jähriges Wirken in unserer Einsatzorganisation.
In meiner Erinnerung, lieber Erich,bist du ein Mensch, dessen Wesen geprägt war von Kontakt- und Lebensfreude, von großer Liebe zum Feuerwehrwesen, von Beharrlichkeit und Sorgfalt in deiner Funktion als Landesfinanzreferent, vor allem aber für dein untrügliches Gefühl für das Menschliche.
Mensch zu sein, bedeutet aber auch Grenzen zu erfahren. Die Grenzen der Gesundheit, der Lebenskraft und jene der Lebenszeit. Und so begegnet uns in der Wahrnehmung dieser Grenzen auch der endgültige Abschied, der Tod. Uns bleibt nur – wenngleich auch schmerzhaftund erfüllt mit Trauer – die Annahme und Akzeptanz der Endlichkeit des Lebens.
Dein Feuerwehrleben war ein erfülltes. Du hast den Idealismus unseres Ehrenamtes tagtäglich – und das seit viereinhalb Jahrzehnten – gelebt und dich in außerordentlicher und beispielhafter Weise für das Feuerwehrwesen engagiert und eingebracht.
Du hattest großen persönlichen Anteil an der stetigen Entwicklung der Feuerwehren in deinemBezirk. Du hast durch deine Wahl vom 19.6.2000 in über zehnjähriger Tätigkeit als Bezirksfeuerwehrkommandant sowie in deiner Funktion als Landesfinanzreferent, welche du seit 15. Oktober 2002 ausgeübt hast, mit deinem jahrelangen Einsatz im Landesfeuerwehrverband die strukturellen Entscheidungen in vielen Bereichen, sowohl hier in Leobenals auch in der gesamten Steiermark mitgestaltet.
Zahlreiche Auszeichnungen wurden dir im Laufe der Jahre überreicht und sind am heutigen Tag stumme Zeugen deines erfolgreichen Weges in unserer Einsatzorganisation. Auszugsweise erinnere ich an das Verdienstzeichen der 3. Stufe des Landesfeuerwehrverbandes, welches dir bereits im Jahre 1973 verliehen wurde. Neben vielen weiteren folgten im Jahr 2005 das Große Verdienstzeichen des LFV in Gold, 2006 das Goldene Ehrenzeichen der Landesregierung Steiermark und erst beim Landesfeuerwehrtag in St. Margarethen, also vor knapp4 Wochen, hast du das Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern des LFV Steiermark verliehen bekommen“.
Nach dem Requiem in der Neuen Pfarrkirche von Niklasdorf zog das Kondukt zum rund 400 Meter entfernten Friedhof, wo LFR Erich Strohhäussl seine letzte Ruhestätte gefunden hat.



Die Steirischen Feuerwehren werden Landesfeuerwehrrat Erich Strohhäussl stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Die ganze Anteilnahme gilt seiner Familie.
Text und Fotos: Thomas Meier, Franz Fink
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